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Das erste sinnvoll Teleskop Eines gleich vorweg: NIE EBAY, NIE KAUFHAUS..es sei denn sie sind ihrem Geld böse! Nichts gegen Ebay oder Kaufhaus, aber als Einsteiger sind die überfordert Qualität von Schrott zu unterscheiden... ist einfach so! WENN MICH JEMAND FRAGT, WELCHES TELESKOP ER SICH KAUFEN SOLL... dann sag ich ihm: Schwing deinen Hintern hier her und lass uns quatschen. Ok, typisch ruhrpottlerisch direkt, aber das ist schon die "öffentlichkeitsfähige" Variante gewesen! Aber im Ernst, so einfach ist es nicht, es füllt Foren und führt regelmäßig zu Zwist und Frustration. Problem 1: Der Einsteiger weis ja gar nicht was ihn so alles erwartet. Er kennt Planeten, hat schon mal was von der Milchstrasse gehört, aber all die schönen Objekte die man sich als Bilder angucken kann...das können doch sowieso nur Spezialisten! Nunja, wer hindert Sie daran ein Spezialist zu werden? Und wer hindert Sie daran mehr zu sehen als Andere? Problem 2: Jeder Mensch ist anders, hat andere Vorlieben, Gewohnheiten und Erwartungen. Und für Jeden gibt es auch das passende Teleskop. Nur das "ALLESKÖNNER-TELESKOP" gibt es leider nicht. Nur welche die fast alles können, aber eben auch nur fast. Problem 3: Ich will fotgrafieren, gucken und das ganze soll möglichst nicht mehr als 100 Euro kosten. Ok, fangen wir bei Problem 3 an: Astronomie ist teuer, es ist kein "eben mal ausprobieren"-Hobby. Aber Astronomie war noch nie leichter als heutzutage. Ich erinnere mich noch an meinen ersten Kontakt mit der Astronomie Mitte der 70er als Schulbub. Damals hatte ich ein Teleskop von Karstadt für unglaubliche 400 DM. Viel Geld damals für ein Teleskop, daß heute als Sucher auf jedem Billigteleskop sitzt. Damals kostete ein Teleskop mit dem man was anfangen konnet mehrere tausend Mark. Dann war Ruhe für viele viele Jahre. Heutzutage bekommt man für weniger als 400 Euro ein Teleskop, mit dem man jahrelang auf Erkundung im Weltraum gehen kann, daß einem Sternhaufen auch als solche zeigt und wo Galaxien manchmal sogar Spiralarme erkennen lassen. Große Nebel mit ihren faszinierenden Strukturen sind genauso beobachtbar, wie 200mio. Lichtjahre entfernte Galaxien. Für eine vernünftige Grundausstattung muss man, also incl. ordentlicher Okulare, ungefähr 400 Euro investieren, besser 500. Alles was darunter liegt, ist zwar anfänglich nett, aber wird bald in der Ecke stehen. Naja, das ist so auch wieder nicht richtig. Die Einen sind mit weniger Zufrieden, andere treibt es zu immer größeren Teleskopen. Ich gehöre eher dem Letzteren an, kenne aber Leute, die mit einem kleinen Teleskop jahrelang zufrieden spechteln. "Spechteln" ist ein Begriff der Amateurastronomen und meint das begucken von Objekten im Weltraum mittels Teleskop. Halt wie ein Specht in ein Loch gucken. Nur das mit dem tock-tock lassen wir sein. Trotzdem, wer jemals durch ein mittelgroßes Teleskop geschaut hat, weis wovon ich rede. Daher schaue ich auch nicht durch ein wirklich großes Amateurteleskop, denn dann will ich eines. Und das ruiniert mich gnadenlos! Das aber wiederum leitet uns zu Problem 1. Erst wenn man gesehen hat, was größere Teleskope leisten, werden einem die Augen aufgehen. Unzählige Beobachtungsobjekte, unzählige Herausforderungen und riesige Weiten, die es zu erkunden gilt. Erst jetzt kann man beurteilen, ob dies einem liegt oder nicht, was uns unmittelbar zu Problem 2 führt. Weil jeder Mensch anders gestrickt ist, kann man auch keine wirkliche Empfehlung geben ohne den Menschen zu kennen. Man schreibt so schön "großes Teleskop", aber was ist groß? Zuerst einal ganz kurz die einzelnen Teleskop-Typen. Die Durchmessser des bilderzeugenden Elementes werden immer in Zoll angegeben. 1 Zoll=ca. 25mm. Das wird üblicherweise als 1" angegeben. Refraktoren (siehe Wikipedia) sind die typischen Linsenteleskope. Vorne eine Glaslinse, hinten reingucken und zwischendrin ellenlang. Licht wird abhängig von der Wellenlänge, also Farbe, verscheiden stark gebbeugt sobald Licht von einem Medium in ein anderes übergeht. Also wenn Licht von der Luft in das Glas übergeht wird es abgelenkt (gebeugt) und hat daher bei einer Linse jeweils andere Brennpunkte. Man spricht dann von Lichtbrechung, denn der Lichtstrahl wird in seine Bestandteile aufgebrochen. Deswegen ist die einfache Leselupe auch so unscharf und zeigt die schönen Regenbodenmuster je weiter man vom Zentrom zum Rand geht. Ein Regenbogen zeigt aus welchen Farben Licht besteht. Man unterscheidet drei Typen der Refraktoren: Apochromatische, ED und Achromatische Reafraktoren. Apochromate schaffen es, jetzt wird es etwas nüchtern, das Licht aller Wellenlängen auf einen Punkt zu konzentrieren. Das ergibt scharfe farbreine Bilder. Achromatische Refraktoren können das nur mit einem Teil des Lichtes. Meist liegt der Brennpunkt einer Farbe des Lichtes ausserhalb der Brennpunkte der anderen Farben. Betrachtet man einen Stern damit, wird das Licht des Sternes in einem Punkt konzentriert, bis auf eben diese eine Farbe. Die zeigt sich als unscharfes Sternbild, also meist als blauer Hof um die Sterne selbst. Visuell ist das zu ertragen, aber fotografisch unmöglich! Das blaue unscharfe Bild verschleiert auch etwas das Gesamtbild, weswegen Achromatische Refraktoren schlecht für die Planetenbeobachtung sind. ED-Refraktoren besitzen quasi dieselbe Bauart wie die Achromate, haben aber aufgrund des speziellen Glases den Blauanteil des Lichtes besser im Griff. Dafür rutscht der rote Anteil des Lichtes aus dem Fokus, was aber wesentlich weniger stört, da unser Auge nicht besonders empfindlich für rotes Licht ist. Solche Refraktoren bestehen meist aus zwei bis drei Linsen, die geschliffen, poliert und vergütet werden müssen. Das ist teuer und vom Gewicht her schwer. Ein Apochromatisches Teleskop kostet von ungefähr 500 Euro für ein Teleskop mit 60mm Öffnung (1.25"er) bis hin zu zigtausenden bei 6" Öffnung. Größere Teleskope bis etwa 12" Öffung (300mm) werden zwar produziert, gehen aber schnell in die hunderttausend Euro. Achromate kosten etwa ein Zehntel des Apos. Hier muss man z.B. für einen 6"er-Achromaten mit Kosten von ungefähr 1000 Euro rechnen, manchmal etwas billiger. ED-Refraktoren kosten ca. das doppelte bis dreifache der Achromaten, also bei 6"-Öffnung ca. 3000 Euro. Reflektoren sind Teleskope, die das Licht mittels eines Spiegels auf einen Brennpunkt konzentrieren. Je nach Bauweise unterscheidet man zwischen Newton-Teleskopen und Cassegrain-Teleskopen in ihren unterschiedlichsten Bauarten. Alle Spiegelteleskope sind farbrein, also apochromatisch. In Newton-Teleskopen sind hinten Parabol-Spiegel eingebaut, die das Licht wieder zurückwerfen und gleichzeitig in einem Brennpunkt sammeln. Und wäre da nicht am oberen Ende ein kleiner Spiegel angebracht der das Licht nach aussen ablenkt, wäre dieses Teleskop fast unbrauchbar. Fast, weil man anstelle des Spiegelchens, wir sagen Fangspiegel, auch eine Kamera einbauen könnte. Aber die kann man bei einem Newton-Teleskop auch ausserhalb anbringen, eben da wo sonst das Auge hingehört. Cassegrain-Teleskope sind noch komplizierter. Das vom Hauptspiegel zurückgeworfene Licht wird von einem kleineren Fangspiegel wieder zurück geworfen und fällt durch ein kleines Loch des Hauptspiegels in das Auge des Astronomen. Der Vorteil dieser Teleskope liegt in der kurzen Bauart. Diese werden trotz erheblicher Brennweiten kaum länger als 750mm, allerdings recht schwer. Newton sind preiswert herzustellen, da nur zwei Flächen geschliffen und poliert werden müssen. Diese bekommen zusätzlich eine hochreflektierende Schicht. Ein 6"-Newton kostet ca. 250 Euro, während sogar 12"er noch unter 1500 Euro bleiben. In Amateurkreisen sind Teleskope bis etwa 20" gängig, die dann kaum 4000 Euro kosten. 20" = 1/2m. Allerdings sind diese Eigenherstellungen. Ja, das geht. Jeder kann wenn er will diese hochpräzisen Flächen schleifen. Wie? Googeln nach ATM = amateur teleskope making. Cassegrain-Teleskope sind viel schwieriger da sie je nach Bauart sogar noch eine Art Linse enthalten (die Schmidtplatte vorne am Tubus). Hier sind Kosten von ca. 700 Euro für einen 6"er bis hin zu zigtausenden für 14 und 16"er möglich. Also noch einmal: Was ist groß? Wir haben also gelesen, daß die verschiedenen Teleskope verschiedene Dimensionen aufweisen können. Große Teleskope fangen bei ca. 14" an, die Mittelklasse liegt zwischen 8 und 12" und die kleinen Teleskope bei 6" und darunter. Wir wissen nun auch, daß ein 6"-Refraktor genauso sperrig und schwer sein kann, wie ein 12"-Newton. Das spielt eine große Rolle, wenn Sie sich für ein Teleskop interessieren, den.... es kommt darauf an, was sie damit machen möchten! Bitte mich jetzt nicht steinigen! Sie haben den ganzen Salmnon nicht umsonst gelesen, denn auf der nächsten Seite heist es : Butter bei die Fische! Was | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||